RETROSPEKTIVE
Berlin in Fashion – Modestadt Berlin

Mode und Film waren in Berlin, das einmal zu den großen europäischen Modemetropolen gehörte, schon immer auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Manche Regisseure und Produzenten der frühen Jahre kamen aus der Konfektion, Schauspielerinnen begannen ihre Karrieren als Mannequins, Modeschöpfer entwarfen Filmkostüme und spielten selbst in Filmen mit. Bedingt durch die Teilung in zwei politische Systeme, die sich durch den Bau der Mauer manifestierten, bekam die Berliner Mode auch noch eine weitere, politische Dimension. Das Programm der Retrospektive anlässlich des 70. Jubiläums der Gründung der DEFA, ermöglicht es einen filmhistorischen Rückblick auf Berlin als Modestadt zu werfen.

Die Spielfilme zeigen Berlin als Filmkulisse und Handlungsschauplatz, die Werbefilme und Wochenschaubeiträge das offizielle Bild der jeweiligen politischen Anschauung und die historischen und aktuellen Dokumentarfilme halten dieser Realität einen Spiegel vor. Filmgespräche und Entdeckungen aus den Archiven, die erstmals wieder öffentlich zugänglich gemacht werden konnten, gehören zu den ausgewählten Höhepunkten des Programms. Die Retrospektive lädt ein zu einem Streifzug durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts an den Nahtstellen von Film und Mode aus der Berliner Perspektive.

Die Programmübersicht als PDF.

Donnerstag, 14. April 2016

18 UhrTicket reservieren (aktuell gibt es keine Tickets mehr zu reservieren, evtl. Restkarten an der Abendkasse 1 Stunde vor Beginn der Vorstellung)

ERÖFFNUNG 
(Auf Einladung und Kaufkarten)

Der-Stolz-der-FirmaQuelleDeutscheKinemathek klein

© Deutsche Kinemathek

DER STOLZ DER FIRMA
Spielfilm

D, 1914, 45 Min., s/w, stumm
Regie: Carl Wilhelm Darsteller: Ernst Lubitsch, Martha Kriwitz, Victor Arnold, Albert Paulig, Alfred Kühne, Hugo Döblin

Nach beruflichen Misserfolgen kommt Siegmund Lachmann nach Berlin. Er findet Arbeit in einem feinen Modesalon und wird der Schwarm aller weiblichen Angestellten – auch die Tocher des Chefs hat ein Auge auf ihn geworfen. Nach einem Rauswurf versucht er, seine Karriere per Zeitungsanzeige durch »Einheirat in einen Modesalon« voran zu bringen.

MODENSCHAU 1915
Filmfragment

D, 1915, 5 Min., s/w, stumm

Asta Nielsen führt in ihrem Salon als Mannequin die neuesten Kleider und Hüte vor.

Schupalast-Pinkus-QuelleDeutscheKinemathek klein

© Deutsche Kinemathek

SCHUHPALAST PINKUS
Spielfilm

D, 1916, 40 Min., s/w, stumm
Regie: Ernst Lubitsch Darsteller: Ernst Lubitsch, Guido Herzfeld, Else Kenter, Ossi Oswalda, Erich Schönfelder, Fritz Rasp

Sally Pinkus hat keine Lust mehr, die Schulbank zu drücken und fängt stattdessen eine Lehre in einem Schuhgeschäft an. Mit Charme und Chuzpe sticht er seinen Chef aus und gewinnt so das Herz einer reichen Kundin, die ihn protegiert. Sein eigener Salon für Damenschuhe wird ein Erfolg und statt den gewährten Kredit zurückzuzahlen, heiratet Sally seine Gönnerin.

Live begleitet von Stephan-Carsten Graf von Bothmer am Piano.

Freitag, 15. April 2016

16:00 Uhr

PODIUMSGESPRÄCH: »Berlin und die Mode in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg und die Neuerfindung Berlins als Modestadt nach der Wiedervereinigung.«

Mit:
Dr. Peter Lemburg
(Stadt- und Architekturhistoriker & Autor des Buches »Bikini Berlin und seine Story«)
Christine Waidenschlager
(Modehistorikerin, Staatliche Museen zu Berlin – Kunstgewerbemuseum)
Jochen Pahnke
(Modedesigner, Gewandmeister, Dozent – Lette Verein Berlin)

Durch das Gespräch führt Marianne Mielke (Journalistin – inforadio)

Gefördert von der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv

Eintritt frei, begrenzte Platzanzahl.

18:00 Uhr | Tickets reservieren 

MannequinsQuelleDeutscheKinemathek Klein

© Deutsche Kinemathek

MANNEQUINS
Werbefilm

D, 1961, 2 Min., Farbe
Regie: Hansjürgen Pohland

Vor der Kulisse des wiederaufgebauten West-Berlin präsentieren Mannequins die Kreationen des Modehauses Max Knaak.

 

© Gisela Kopp und Silke Ewald

© Gisela Kopp und Silke Ewald

ALS MODELLS NOCH MANNEQUINS WAREN
Dokumentarfilm

D, 2013, 11 Min., Farbe
Regie: Gisela Kopp und Silke Ewald

Eva-Maria Ebel, Besitzerin eines der letzten Berliner Pelz- Fachgeschäfte, erzählt von der Zeit als Mannequin bei Heinz Oestergaard und Detlev Albers, über die Vorzüge eines festen Bindegewebes und über das Aussterben des Kürschnerberufes.

Im Anschluss: Filmgespräch mit Gästen

Playgirl-QuelleDeutscheKinemathek-SammlungKöster Klein

© Deutsche Kinemathek – Sammlung Köster

PLAYGIRL
Spielfilm

D, 1965, 88 Min., s/w
Regie, Drehbuch: Will Tremper

Darsteller: Eva Renzi, Harald Leipnitz, Paul Hubschmid, Umberto Orsini, Elga Stass, Rudolf Schündler, Hans Joachim Ketzlin, Heinz Oestergaard

Alexandra ist ein attraktives Fotomodell, das in das West- Berlin der Wirtschaftswunderzeit kommt, um sich einen reichen Geschäftsmann zu angeln. Nebenbei arbeitet sie als Mannequin und lässt sich durch das Nachtleben treiben.

Samstag, 16. April 2016

16:00 Uhr | Tickets reservieren

DEULIG TONWOCHE 369/1939
Wochenschau-Sujets

D, 1939, 10 Min., s /w

U. a. Berichte von der Wanderausstellung zum Vier-Jahres-Plan und den Vorzügen deutscher Produkte sowie der Modenschau der ADEFA (Arbeitsgemeinschaft deutsch- arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie) in den Messehallen am Berliner Funkturm.

Geschftshaus_Hausvogteiplatz_12_Berlin_Architekten_Alterthum-Wikipedia Klein

© Wikipedia Creative Commons

BERLIN-HAUSVOGTEIPLATZ
(Ein Ort der Mode machte)

D, 1994, 45 Min., Farbe
Regie, Drehbuch: Dora Heinze

Dokumentarfilm mit Zeitzeugeninterviews über die Geburtsstätte der Berliner Konfektion von den Anfängen über die Vertreibung der jüdischen Besitzer durch die Nationalsozia- listen bis zum Niedergang nach der Wiedervereinigung.

Im Anschluss: Filmgespräch mit Gästen

18:00 Uhr | Tickets reservieren

NEUE DEUTSCHE WOCHENSCHAU 101/1952
Wochenschau-Sujet

D, 1952, 2 Min., s /w

Frühjahrsmodenschau im Salon Heinz Oestergaard in Berlin.

Pikanterie - Bundesrepublik Deutschland 1950; Regie: Alfred Braun

© Deutsche Kinemathek

PIKANTERIE
Spielfilm

D, 1950, 90 Min., s /w
Regie: Alfred Braun

Darsteller: Irene von Meyendorff, Susanne von Almassy, Curd Jürgens, Hans Olden, Carl-Heinz Schroth, Marina Ried, Hubert von Meyerinck, Elisabeth Flickenschildt

Sascha Borotaz, einem Autor skandalträchtiger Romane wachsen die von seinem Verleger Poule erfundenen Amouren über den Kopf. Beim Schriftstellerkongress soll nun auch noch aus Publicity-Gründen Gabrielle Courtois als seine neue Freundin präsentiert werden. Als diese verhindert ist, springt Hortense Clairmont ein. Sie kennt Borotaz jedoch noch von früher und neue Komplikationen entstehen.

Erste Arbeit des Berliner Modeschöpfers Heinz Oestergaard als Film-Kostümdesigner.

Die Vorführung dieses Programms wurde ermöglicht durch Transit Film.

Sonntag, 17. April 2016

SONNTAGSMATINEE »BERLIN IM FILM«


11:00 Uhr | Tickets reservieren

Kurzfilmprogramm  

MODENSCHAU IN DER BERLINER SPORTHALLE IN DER STALINALLEE
Filmfragment

DDR, 1950er Jahre, 9 Min., s /w, stumm

Modenschau mit Laufstegpräsentation und Blick hinter die Kulissen eines Vorläufers der »Ost-Berliner Modewoche«.

Portrait-eines-Mannequins-Quelle-Kishan-Singh Klein

© Kishan Singh

PORTRÄT EINES MANNEQUINS
Dokumentarfilm

DDR, 1967, 14 Min., s /w Regie, Drehbuch, Kamera: Kishan Singh

Diese Produktion der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF begleitet Gisela Wendler, ein Mannequin aus Berlin in ihrem Alltag.

DDR-MAGAZIN 1970/02
Wochenschau-Sujet

DDR, 1972, 2 Min., s /w

Präsentation des Modehauses Heinz Bormann im Berliner Fernsehturm.

DER AUGENZEUGE 1975/11
Wochenschau-Sujet

DDR, 1975, 2 Min., s /w

Regine Lucas – Fotografin im Modeinstitut Berlin

Mode78 kleinMODE ’78

DDR, 1977, 15 Min., Farbe Regie: Günter Mannigel

Werbefilm des Filmstudios der Leichtindustrie beim Mode- institut der DDR für die Saison Herbst / Winter 1978 am Berliner Alexanderplatz und im Hotel Stadt Berlin.

 

evelyn KLEIN

© Gisela Kopp und Silke Ewald

EVI, MODELL IN DER DDR
Dokumentarfilm

D, 2012, 10 Min., Farbe
Konzept und Produktion: Gisela Kopp und Silke Ewald

Evelin Wolf war Modell beim Modeinstitut der DDR. Sie erzählt über das Bild der sozialistischen Frau, zensierte Fotos und ihren Fluchtversuch in den Westen.

Im Anschluss: Filmgespräch mit Gästen

18:00 Uhr | Tickets reservieren

DER AUGENZEUGE 1948/98
Wochenschau-Sujet

DDR, 1948, 2 Min., s/w

In der Komödie am Kurfürstendamm kommentiert die Kabarettistin Loni Heuser eine Modenschau von Andrés verrück- ten Kleidern mit Berliner Zeitkolorit.

DER AUGENZEUGE 1952/13
Wochenschau-Sujet

DDR, 1952, 2 Min., s/w

Was eine Frau im Frühling trägt. Eine Modenschau der HO und der Bekleidungswerke Fortschritt im Berolina-Haus am Alexanderplatz.

EineBerlinerRomanzeQuelle-DEFA-Stiftung-Waltraut Pathenheimer Klein

© DEFA Stiftung

EINE BERLINER ROMANZE
Spielfilm

DDR, 1955/56, 81 Min., s/w Regie: Gerhard Klein

Darsteller: Annekathrin Bürger, Ulrich Thein,
Uwe-Jens Pape, Erika Dunkelmann, Erich Franz, Marga Legal, Helga Wachaletz

Eine alltägliche Liebesgeschichte aus dem noch ungeteilten Berlin, meisterhaft erzählt von Wolfgang Kohlhaase: Eine junge Verkäuferin der Modeabteilung des HO-Warenhauses am Alexanderplatz hat den Traum Mannequin zu werden. Nach einem Streit mit ihren Eltern, die von dieser Idee nicht begeistert sind, zieht sie zu ihrem Freund nach West-Berlin, der ihr die Ausbildung finanzieren will. Als dieser jedoch seine Stellung verliert, geht sie wieder zurück in ihr altes Leben.

Im Anschluss: Die Schauspielerin Annekathrin Bürger im Gespräch mit Knut Elstermann.

Montag, 18. April 2016

DIE DEUTSCHE KINEMATHEK – MUSEUM FÜR FILM UND FERNSEHEN BERLIN PRÄSENTIERT GEMEINSAM MIT BIKINI BERLIN

18:00 Uhr | Tickets reservieren

ANZIEHENDES (Stoffe, Muster, Kleider)
Dokumentarfilm

DDR, 1955, 15 Min., Farbe Regie: Lisette Mahler

Wie können Entwurfsbüro und Bekleidungsinstitute zusammenarbeiten, um schöne und praktische Kleidung für die »neue Frau« zu liefern.

MODE 1956
Dokumentarfilm

DDR, 1955, 10 Min., Farbe Regie, Drehbuch: Rolf Schnabel

Ein Blick in die Arbeit des Berliner Instituts für Bekleidungskultur bei der Planung und der Durchführung der Mustermodenschauen für den internationalen Modewettbewerb 1956.

DER MODESPIEGEL
Kurzspielfilm

D, 1954 /55, 13 Min., Farbe Regie, Drehbuch: Peter Pewas

Ein Mädchen verwandelt sich mit der Hilfe eines Magiers und der Kleider der West-Berliner Modeschöpfer Gehringer & Glupp, Horn Modelle, Modellhaus Schwabe, Hermann Schwichtenberg, Staebe-Seger, und Heinz Oestergaard zu einer eleganten jungen Frau.

HERBST-MODENSCHAU BEI STAEBE-SEGER
Filmfragment

D, 1957, 30 Min., Farbe

Wiederentdecktes Filmfragment aus einer Serie von Modenschauen des West-Berliner Modellhauses Staebe-Seger.

Dienstag, 19. April 2016

18:00 Uhr | Tickets reservieren

DasStacheltier-DerWintermantel-Quelle-DEFA-Stiftung-ErwinAnders Klein

© DEFA Stiftung

DAS STACHELTIER – DER WINTERMANTEL

DDR, 1953, 10 Min., s/w Regie: Richard Groschopp

Darsteller: Walter Grimm, Arno Paulsen, Peter Kalisch, Judith Harms, Hermann Dieckhoff

In diesem satirischen Kurzfilm aus der Reihe »Das Stacheltier« will sich ein Mann in einem Schneideratelier aus mitgebrachtem Stoff im Winter einen wärmenden Mantel bestellen und bringt damit die Grundfeste der sozialistischen Planwirtschaft ins Wanken.

Jugendmode-Quelle-Hansjürgen-Ender Klein

© Hansjürgen Ender

JUGENDMODE
Dokumentarfilm

DDR, 1976, 11 Min. Regie: Hansjürgen Ender

Erfrischend-anarchischer Film der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF über die Wirklichkeit der Jugendmode in der DDR.

 

© It Works! Medien GmbH/Beate-Nelken

© It Works! Medien GmbH/Beate-Nelken

MIT FANTASIE GEGEN DEN MANGEL
Dokumentarfilm

D, 2008, 45 Min. Regie: Holly Tischman, Sabine Michel

Dokumentarfilm über junge Menschen, die aus dem Lebensgefühl des Prenzlauer Bergs im Berlin der 1980er Jahre heraus neben der Gesellschaft lebten und in besetzten Wohnungen in Kleinst-Manufakturen T-Shirts, Hosen, Schmuck und Jacken nähten, ohne die eine ganze Generation Teenies auf die untragbare »Jugendmode« der DDR zurückgeworfen gewesen wäre.

Im Anschluss: Überraschungstrailer und Filmgespräch mit Gästen

Mittwoch, 20. April 2016

18:00 Uhr | Tickets reservieren

DasStacheltier-DerweicheArtur-Quelle-DEFA-Stiftung-Götz-Neumann klein

© DEFA-Stiftung Götz Neumann

DAS STACHELTIER – DER WEICHE ARTUR

DDR, 1956, 10 Min., s/w Regie: Kurt Jung-Alsen Darsteller: Hans-Joachim Hanisch, Brigitte Krause, Renate Goerdes, Karl Brenk

Satirischer Kurzfilm über die Schwierigkeiten ein elegantes Nachmittagskleid für den Konfektionsbetrieb VEB »Goldener Schnitt« zu produzieren.

 

ModellBianka-©DEFA-Stiftung-Heinz Czerwonski Klein

© DEFA Stiftung Heinz Czerwonski

MODELL BIANKA

Spielfilm

DDR, 1951, 85 Min., s/w Regie: Richard Groschopp

Darsteller: Gerda Falk, Margit Schaumäker, Siegfried Dornbusch, Fritz Wagner, Werner Peters, Edith Hancke

Jochen und Hilde arbeiten für die konkurrierenden Textilkombinate »Berolina« und »Saxonia«. Nachdem Jochen seine abgelehnten Modellzeichnungen verschenkt hat, gelangen diese auf Umwegen zu Hilde. Diese ist so begeistert von den Entwürfen, dass sie beide realisiert und darin mit ihrer Kollegin Ursel auf Reisen geht. Die Urlaubsstimmung wird jedoch getrübt als Hilde und Ursel den Schöpfer der Modelle und seinen Freund Gerd treffen. Man trennt sich im Streit. Bei einer Modenschau wird ihnen jedoch klar, wie sie trotz Planvorgaben und Streitigkeiten es doch schaffen könnten, eine neue Mode-Line zu entwerfen, nämlich nur gemeinsam.