woman/mother
Klara Harden
woman/mother
Wettbewerb Dokumentarfilm
Mara ist Tanzpädagogin. Um sich aus der Isolation zu befreien, die sie während ihrer Mutterschaft erfahren hat, sucht sie nach kreativem Ausdruck. Ihr Sohn Ezra ist jetzt vier und den Freiraum, den das bedeutet, möchte sie nutzen, um eine Performance in Baumkronen zu entwickeln. Sie bittet ihre Freundin und Filmemacherin Klara, sie dabei zu begleiten. Voller Freude stürzen sich die Beiden in die kreative Arbeit, doch dann erfährt Mara, dass sie wieder schwanger ist. Aus Enttäuschung darüber, den Plan nicht weiter verfolgen zu können, wächst die Idee, das Projekt in anderer Form umzusetzen. Doch nach einer komplizierten Geburt verblassen Maras Pläne abermals. Wieder droht sie, von ihrer Rolle als Mutter verschlungen zu werden. Was passiert mit einem kreativen Kopf, wenn er zwölf Stunden am Tag Kleinkinderspiele spielen muss? Welche künstlerische Leistung trauen wir einer Mutter zu? Ist die erfolgreiche Künstlerin gleichzeitig die schlechte Mutter? Was ist denn eigentlich ‘Die gute Mutter’?
Mara, a dance educator, has felt cut off from her creativity since the birth of her son. Now ready to return to her art, she and her friend Klara plan a dance performance—but before they can begin, Mara becomes pregnant again.
Klara Harden
Klara Harden, freischaffende Autorin, Regisseurin und Kamerafrau aus Österreich, studierte an der DFFB Bildgestaltung und ist Mitglied der Dokumentarfilm-Masterclass des Regisseurs Andres Veiel. Parallel zu ihrer künstlerischen Arbeit gestaltet sie TV-Formate mit gesellschaftspolitischem Fokus für ZDF, ORF und SWR.
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Regiekommentar
»Mit “woman/mother” will ich herausfinden, wie der Prozess der Mutterschaft die Identität und kreativen Ausdruck einer Frau verändert. Ist es diese Darstellung der perfekten Mutter, das traditionelle Bild einer Frau voller endloser zärtlicher Liebe, die jeden Moment ihrer Schwangerschaft und jeden Augenblick ihres Mutterseins liebt, an der man zerbrechen muss? Eine ikonenhafte Gestalt, die nie überfordert, nie wütend und an nichts anderem interessiert ist als ihrem Kind. Oder die ‘Working Mum’, die versucht, das Märchen der Vereinbarkeit von Karriere und Kind in die Realität umzusetzen? So unterschiedlich die beiden Bilder auch sind, beide vereint sie die Eindimensionalität der Rollen, in der kein Mensch-Sein möglich ist. Wo bleibt man selbst, wenn man so eine Mutter werden muss? Diese Rollenbilder lassen keinen Raum für Frauen, frei und offen über ihre Erfahrungen zu sprechen- zu schrecklich wäre das Urteil, eine ‘Rabenmutter’ zu sein, falls man sich in seiner Verletzlichkeit, Überforderung und mit seinen Fehlern sichtbar macht. Das Ergebnis scheint mir enorm schädlich. Die Folgen für die psychische Gesundheit der Mütter sind erschreckend. Noch immer finden zu wenige Mütter eine Möglichkeit, ihren Erfahrungen Ausdruck zu verleihen und ihre Situation in ihrer Komplexität sichtbar zu machen. Diese Abwesenheit der Mütter auf Bühnen, in Büchern und Filmen ist problematisch. Ihr Alltag bleibt ungesehen, unverarbeitet und findet keinen Platz in der Öffentlichkeit. Nur langsam bricht die Isolation auf und eine komplexe, erschöpfte aber auch realistische und menschliche Mutter tritt aus den eigenen vier Wänden hinaus in die Welt.«