Scherbenland
Lutz Pehnert, Ferdinand Hübner
Scherbenland
Berlin Spezial
Kreuzberg Anfang der 1970er Jahre, Experimentierfeld einer Gegenkultur: Mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Alles verändert sich“ und „Der Traum ist aus“ geben Ton, Steine, Scherben einer Generation eine Stimme. Die Musik wird begleitet von Hausbesetzungen, politischen Kämpfen und der Suche nach einem anderen Leben. Aber was ist von diesem Aufbruch geblieben? Auch im heutigen Berlin begegnet der Film wieder Musiker:innen, deren Songs vom Leben im Kiez erzählen – darunter das Rap-Trio RAPK und die Songwriterin Maike Rosa Vogel. Der Kiez hat sich verändert. Wenn die Hymnen der Scherben auf Songs der Gegenwart treffen, entsteht ein musikalischer Dialog über Vergangenheit und Gegenwart.
SCHERBENLAND follows in the footsteps of Rio Reiser and Ton, Steine, Scherben in today’s Kreuzberg – where the sound of a rebellious past meets the voices of a new generation. A film about music as a form of resistance – then and now.
Lutz Pehnert
Lutz Pehnert, *1961 in Berlin, ist Dokumentarfilmer und Regisseur. Nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer arbeitete er zunächst als Journalist für Zeitungen und Zeitschriften, bevor er sich Mitte der 1990er Jahre dem Dokumentarfilm zuwandte. // Ferdinand Hübner *2003 in Berlin, studiert Filmwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin. Erste praktische Erfahrungen sammelte er bei der Berliner Produktionsfirma solo:film.
Ferdinand Hübner
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Regiekommentar
»Warum dieser Film? Der Urgrund ist identisch mit der Laudatio, die Herbert Grönemeyer 2001 auf das Lebenswerk von Rio Reiser hielt: „Er hat die schönsten deutschen Kampf- und Liebeslieder geschrieben. Er war ein wahrer Romantiker. Und er hat aus der deutschen Sprache gesungen, was rauszuholen ist.“ Rio Reiser starb 1996, vor 30 Jahren. Seine Songs sind die Untoten von Kreuzberg. Anfang 2025, um seinen 75. Geburtstag herum, wurde die Lieder der "Scherben“ und von Rio Reiser allenthalben wieder in Erinnerung gerufen. Mich brachte das auf die Idee, mich nach den „Rios“, den „Scherben“ von heute umzuhören. Ich suchte keine Rebellen, keine Protestsänger, sondern danach, wie Musik in der heutigen Zeit funktioniert, was sie erzählt, was sie bewirkt. Ich suchte nach Musikern und Bands, die mehr oder weniger in Kreuzberg, im „Scherbenland“, aufgewachsen sind und zu deren Heimat- und Erfahrungs-Inventar auch die Lieder von „Ton, Steine, Scherben“ gehören. So kam ich auf Maike Rosa Vogel und Rapk. Mehr brauchte ich nicht. Ich war auch sehr angetan von den Musikclips dieser Protagonisten, in denen das „Scherbenland“ eine jeweils ganz eigene Ästhetik findet. Diese Ästhetik in einen Dokumentarfilm zu integrieren und zugleich deren eigene Kraft und Visualität hervorzuheben, fand ich spannend.«